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Re: Tips zur Fahrwerksoptimierung K3

BeitragVerfasst: 10.10.2018 13:15
von bakshish
Mahlzeit!

Hab das Prozedere im Juni mit meiner K3 S durchgemacht. Weiß grad nicht wieviel ich auf die Waage bringe mit Montur, aber ich pendel ohne bei ca. 83kg. Vorne progressive Federn von Wilbers (die neuen Zero Friction) mit 10er Öl (auch Wilbers). Hinten hab ich das Wilbers 540 Eco drin, also die günstigste Variante.

Vorne erheblich besser, da kein Durchschlagen mehr und viel besseres Ansprechen. Da wackelt nichts mehr so wie original.

Hinten mit normaler Einstellung ein wenig zu hart, mit ein paar Drehungen weniger Vorspannung ideal für meine Fahrweise. Vorher hat sich meine SV in unebenen Kurven ständig aufgeschaukelt und das passiert jetzt nicht mehr.

Für mich persönlich nach knapp 4 Jahren mit altem Originalfahrwerk -> fast ein ganz anderes Motorrad
Allerdings bin ich ein gemächlicher Fahrer. Ich lass es zwar auch laufen, aber hab noch Angststreifen an den Reifen und muss auch kein Knie rausstrecken.
Bei anderer Fahrweise ist das Setup vielleicht zu zart.

Preislich:
Federn -> 112€
Öl -> 20€
Federbein -> 320€ (hab meins gebraucht für 230€ bekommen, allerdings mit nur 2.000km drauf)

Dazu kamen noch neue Simmerringe und Staubkappen und eine neues Lenkkopflager

Für das Geld von meiner Seite aus zu empfehlen und ich musste nicht lang rumprobieren.

Vielleicht hilft das bei der Entscheidung.

Re: Tips zur Fahrwerksoptimierung K3

BeitragVerfasst: 10.10.2018 14:16
von Pat SP-1
bakshish hat geschrieben:Hinten mit normaler Einstellung ein wenig zu hart, mit ein paar Drehungen weniger Vorspannung ideal für meine Fahrweise.

Die Verstellung der Vorspannung ist nicht dafür da, die Härte zu regeln (davon abgesehen, dass sie das gar nicht kann) sondern um das Verhältnis zwischen Einfeder- und Ausfederweg auf die Beladung einzustellen. Die Federhärte kannst Du nur über eine andere Feder regeln. Wenn Du bei Wilbers ein Federbein bestellst, gehören Gewicht und Einsatzzweck zu den Angaben, nach denen gefragt wird. Die wählen dann die wahrscheinlich am besten passende Feder aus. Ob sie bei den nicht-einstellbaren auch unterschiedliche Shim-Pakete nehmen, weis ich nicht. Das wäre bei ernsthaftem Interesse eine Nachfrage wert. Falls ja, wäre das nicht einstellbare eine echte Überlegung wert. Man hat dann zwar keine Einstellschräubchen aber wenn das Grundsetup passt, dreht man da eh nicht wirklich dran rum (vielleicht mal ein oder zwei Klicks).

Re: Tips zur Fahrwerksoptimierung K3

BeitragVerfasst: 10.10.2018 15:25
von Cowoner
Pat SP-1 hat geschrieben:Klar kann man auch die Gabel durchstecken, um die Geometrie wieder herzustellen. Das geht dann halt zu Lasten der Schräglagenfreiheit. Durchschlagen wird die Gabel deshalb nicht mehr oder weniger als vorher. Warum auch? Der Federweg ändert sich dadurch ja nicht. Mir war nur aufgefallen, dass man bei Wilbers ohne Aufpreis gleich Höher- oder Tieferlegungen ordern kann. Die Yss-Federbeine sind längenverstellbar. Daher einfach der Hinweis, das bei einer evtl. Bestellung im Hinterkopf zu behalten. Ein Oberklasse-Teil lohnt m.E. ohne aufwändigen Gabelumbau nicht (und da stellt sich dann die Frage, ob man das Geld nicht besser gleich in ein neueres Moped investiert).

Zu den Fremdfabrikaten war halt einfach meine Überlegung, dass es immer schwieriger werden dürfte, da an gute Gebrauchtteile zu kommen (und neue Originalteile kosten mehr als passende Zubehörteile). Und zwar aufgrund folgender Überlegung: Ein Federbein, dass bei einem Sportler eine echte Verbesserung bringt, kostet merklich über 1000€, also fast die Hälfte dessen was so ein alter Sportler noch wert ist. Das gibt man eigentlich nur dann aus, wenn das Originalteil so ausgelutscht ist, dass es wirklich keinen Spaß mehr macht, damit zu fahren. Als die Mopeds neu oder fast neu waren, haben eher Leute so viel Geld für Tuning-Maßnahmen ausgegeben. Damit gibt es an Gebrauchtteilen wahrscheinlich nur noch ausgeleierte Federbeine oder welche aus Unfallmaschinen. Und an was man gerät ist halt ein Stück weit Glückssache.


Ich geh das mal weitestgehend in Reihenfolge durch :lol:
Schräglagenfreiheit ist auf der Straße kein Problem, bei mir hat noch nie was aufgesetzt und ich bin die Reifen schon im Extrembereich gefahren...
Abgesehen davon stellt man eigentlich nur die ursprüngliche Fahrhöhe wieder her, der tatsächliche Verlust in Schräglage dürfte vernachlässigbar sein.
Inzwischen fahr ich eine 750er K8 Gixxer Gabel vorne, die muss ab Werk um 5 mm über die Brücke rausstehen, ist aber auch um nen Zentimeter kürzer als die SV-Gabel. Trotz 5 mm tieferer Front setzt da nix auf, das wurde auf Schwarzwaldausfahrt mit unserem lieben loki getestet :twisted:

Das mit dem Durchschlagen war meinerseits ungünstig formuliert, ich meinte damit dass sich Reifen/Fender und Kühler nicht in die Quere kommen.
Von der kostenlosen Höhen-Option wusste ich nicht, aber ist definitiv gut zu wissen :D

Die grundsätzliche Überlegung bzgl. Fremdbein vs. Zubehör wollte ich auch gar nicht in Frage stellen, wie gesagt, da habt ihr schon Recht. Fand aber meine positive Erfahrung erwähnenswert zumal es halt doch eine andere Preiskategorie ist sich im Zubehör was einstellbares zu kaufen.

P.S.: Nachdem ich jetzt ein paar 2018er Motorräder probegefahren hab, kann ich mit Überzeugung sagen, dass ich das Geld lieber in die SV stecken würde als mir ein neueres Moped zu kaufen. Es gibt bestimmt ein paar, die ihr das Wasser reichen können, aber da muss man a) wirklich auf die Suche gehen und b) doch nochmal ne ganze Schippe Geld drauflegen...

Re: Tips zur Fahrwerksoptimierung K3

BeitragVerfasst: 10.10.2018 15:50
von Pat SP-1
Cowoner hat geschrieben:e grundsätzliche Überlegung bzgl. Fremdbein vs. Zubehör wollte ich auch gar nicht in Frage stellen, wie gesagt, da habt ihr schon Recht. Fand aber meine positive Erfahrung erwähnenswert zumal es halt doch eine andere Preiskategorie ist sich im Zubehör was einstellbares zu kaufen.

Ich wollte das ja auch nicht pauschal schlechtreden sonden nur darauf hinweisen, dass das halt auch schief gehen kann und man mit einem passenden Zubehörteil praktisch auf der sicheren Seite ist. Wenn man Lust am schrauben hat, kann man natürlich auch eine Zwischenlösung probieren: Sportler-Federbein kaufen, einbauen und ausprobieren. Falls gut, dann eintragen lassen, falls schlecht dann wieder verkaufen.

Cowoner hat geschrieben:Schräglagenfreiheit ist auf der Straße kein Problem, bei mir hat noch nie was aufgesetzt und ich bin die Reifen schon im Extrembereich gefahren...
Abgesehen davon stellt man eigentlich nur die ursprüngliche Fahrhöhe wieder her, der tatsächliche Verlust in Schräglage dürfte vernachlässigbar sein.

Das gilt für Geradeausfahrt. In Schräglage ist der Bereich, um den man mit dem 70er Querschnitt weiter oben ist als mit dem 60er, kleiner. Wieviel weis ich aber nicht. Dazu müsste man wirklich genau die Reifenprofile vergleichen. Allerdings vermute ich mal, dass der Unterschied gegen 0 geht, da der Vorderreifen in großer Schräglage eh so sehr walkt, dass gar nicht mehr viel Platz zwischen Asphalt und Felge ist. Was ist denn der Extrembereich von Reifen?

Cowoner hat geschrieben:P.S.: Nachdem ich jetzt ein paar 2018er Motorräder probegefahren hab, kann ich mit Überzeugung sagen, dass ich das Geld lieber in die SV stecken würde als mir ein neueres Moped zu kaufen. Es gibt bestimmt ein paar, die ihr das Wasser reichen können, aber da muss man a) wirklich auf die Suche gehen und b) doch nochmal ne ganze Schippe Geld drauflegen...

Ich meinte mit neues Moped kein ganz neues. Das wird natürlich klar viel teurer. Ich meinte eher, dass man wenn einem ein gutes Fahrwerk so wichtig ist, bei den Kosten, die ein gutes Gabelumbau und ein Federbein kosten, durchaus überlegen könnte, ob es nicht sinnvoller sei, die SV zu verkaufen und sich dann ein anderes (ähnlich) altes Moped mit besserem Fahrwerk zu kaufen. Bei Sporttourern mit V2 würde mir da z.B. sofort die Aprilia Falco ins Auge springen. Da bleibt sogar noch einiges an Geld übrig, wenn man den Verkaufspreis der SV plus die Kosten fürs Fahrwerkstuning zusammenrechnet.

Re: Tips zur Fahrwerksoptimierung K3

BeitragVerfasst: 10.10.2018 22:25
von Cowoner
Pat SP-1 hat geschrieben:
Cowoner hat geschrieben:Schräglagenfreiheit ist auf der Straße kein Problem, bei mir hat noch nie was aufgesetzt und ich bin die Reifen schon im Extrembereich gefahren...
Abgesehen davon stellt man eigentlich nur die ursprüngliche Fahrhöhe wieder her, der tatsächliche Verlust in Schräglage dürfte vernachlässigbar sein.

Das gilt für Geradeausfahrt. In Schräglage ist der Bereich, um den man mit dem 70er Querschnitt weiter oben ist als mit dem 60er, kleiner. Wieviel weis ich aber nicht. Dazu müsste man wirklich genau die Reifenprofile vergleichen. Allerdings vermute ich mal, dass der Unterschied gegen 0 geht, da der Vorderreifen in großer Schräglage eh so sehr walkt, dass gar nicht mehr viel Platz zwischen Asphalt und Felge ist. Was ist denn der Extrembereich von Reifen?

Der Bereich in dem die Auflagefläche wieder weniger wird weil man "über die Kante raus" geht.

Pat SP-1 hat geschrieben:
Cowoner hat geschrieben:P.S.: Nachdem ich jetzt ein paar 2018er Motorräder probegefahren hab, kann ich mit Überzeugung sagen, dass ich das Geld lieber in die SV stecken würde als mir ein neueres Moped zu kaufen. Es gibt bestimmt ein paar, die ihr das Wasser reichen können, aber da muss man a) wirklich auf die Suche gehen und b) doch nochmal ne ganze Schippe Geld drauflegen...

Ich meinte mit neues Moped kein ganz neues. Das wird natürlich klar viel teurer. Ich meinte eher, dass man wenn einem ein gutes Fahrwerk so wichtig ist, bei den Kosten, die ein gutes Gabelumbau und ein Federbein kosten, durchaus überlegen könnte, ob es nicht sinnvoller sei, die SV zu verkaufen und sich dann ein anderes (ähnlich) altes Moped mit besserem Fahrwerk zu kaufen. Bei Sporttourern mit V2 würde mir da z.B. sofort die Aprilia Falco ins Auge springen. Da bleibt sogar noch einiges an Geld übrig, wenn man den Verkaufspreis der SV plus die Kosten fürs Fahrwerkstuning zusammenrechnet.

Da hast du natürlich recht, letzten Endes ginge es dann halt auf die persönlichen Präferenzen und Gewichtungen raus.

Edit: Als Erläuterung meiner ursprünglichen Aussage: Dass die Höhe nur im Geradeauslauf wirklich kompensiert wird ist mir durchaus bewusst, deswegen der Nachsatz bzgl. Schräglage. Rein geometrisch wird der Bodenabstand durch eine Längenänderung der Hypotenuse im einstelligen Prozent Bereich aber kaum verändert.

Re: Tips zur Fahrwerksoptimierung K3

BeitragVerfasst: 11.10.2018 9:03
von Pat SP-1
Cowoner hat geschrieben:
Pat SP-1 hat geschrieben:
Cowoner hat geschrieben:Schräglagenfreiheit ist auf der Straße kein Problem, bei mir hat noch nie was aufgesetzt und ich bin die Reifen schon im Extrembereich gefahren...
Abgesehen davon stellt man eigentlich nur die ursprüngliche Fahrhöhe wieder her, der tatsächliche Verlust in Schräglage dürfte vernachlässigbar sein.



Ah, sorry, ich hatte nicht verstanden, was Du meintest.

Re: Tips zur Fahrwerksoptimierung K3

BeitragVerfasst: 11.10.2018 13:09
von bakshish
Pat SP-1 hat geschrieben:
bakshish hat geschrieben:Hinten mit normaler Einstellung ein wenig zu hart, mit ein paar Drehungen weniger Vorspannung ideal für meine Fahrweise.

Die Verstellung der Vorspannung ist nicht dafür da, die Härte zu regeln (davon abgesehen, dass sie das gar nicht kann) sondern um das Verhältnis zwischen Einfeder- und Ausfederweg auf die Beladung einzustellen. Die Federhärte kannst Du nur über eine andere Feder regeln. Wenn Du bei Wilbers ein Federbein bestellst, gehören Gewicht und Einsatzzweck zu den Angaben, nach denen gefragt wird. Die wählen dann die wahrscheinlich am besten passende Feder aus. Ob sie bei den nicht-einstellbaren auch unterschiedliche Shim-Pakete nehmen, weis ich nicht. Das wäre bei ernsthaftem Interesse eine Nachfrage wert. Falls ja, wäre das nicht einstellbare eine echte Überlegung wert. Man hat dann zwar keine Einstellschräubchen aber wenn das Grundsetup passt, dreht man da eh nicht wirklich dran rum (vielleicht mal ein oder zwei Klicks).


Mahlzeit,

"hart" war irgendwie das falsche Wort. War einfach zuviel Spannung drauf und zu wenig Weg zum Federn :ergeben:

Re: Tips zur Fahrwerksoptimierung K3

BeitragVerfasst: 11.10.2018 14:10
von Pat SP-1
Dann passt es ja. Es gibt halt nur manchmal das Missverständnis, dass man die Härte über die Vorspannung regeln könnte, womit man sich dann das Fahrverhalten verhunzen kann.

Re: Tips zur Fahrwerksoptimierung K3

BeitragVerfasst: 21.10.2018 21:06
von Silversurfer
Herzlichen Dank für die konstruktiven Tips, Hinweise und Vorschläge! ;) bier
Ich denke ich werde tatsächlich erstmal Kontakt zu einem Fahrwerksspezi aufnehmen,
statt wie geplant selber drauflos zu machen.
Muss dann ggf. die Gabel und die anderen Teile in die "alte Heimat" schaffen ... dafür wurde
mir der Mann aber als kompetent und seine Preise als moderat beschrieben.
... könnte also durchaus sein, dass dann auch das Überarbeiten lassen eines alten Federbeins wieder Sinn macht.
Cartridges oder Intiminatoren sehe ich dann eher als nächsten Schritt.
Ich rechne nach der Lektüre der zahlreichen Berichte anderer Fahrer damit,
dass allein der Reifenwechsel + Service / Anpassung der Gabel schon einen erheblichen Fortschritt
darstellen wird ... wenn's mich dann packt kann ich ja immer noch auf Gixxer - Fahwerk mit USD umstricken :D
... ich befürchte, wenn es soweit kommt muss dazu aber 'ne 1000er her :twisted: